Wohnungen waren der erste große Schritt zur Entwicklung der Menschen vom Tier zum Homosapiens, von Jägern zu Landwirten und zum Sesshaftwerden allgemein. Sie ermöglichten es, die Höhlen, die man sonst zum Schutz aufsuchte, verwaisen zu lassen und Sicherheit dort zu finden, wo es günstig Wasser und landwirtschaftlichen Boden zu bewirtschaften gab.
Wohnungen waren auch die ersten Lagerräumen, in denen vor allem die Männer ihre Sammelleidenschaft schon früh kultivierten, und die Frauen die Lebensmittel für schlechtere Zeiten aufbewahrten. Als die ersten Lehmhütten nicht mehr ausreichten, ersannen die erfindungsreichen Menschen der Steinzeit schnell komplexere Gebäude, und machten sich dafür immer neues Baumaterial zu Nutze.
Als einfache Äste nicht mehr genügten, um die Wohnungen für eine ganze Siedlung zu errichten, begann man Steine aufzuschichten und bald darauf Lehmhütten zu erstellen, die noch besseren Schutz vor der Witterung boten.
Dass einzelne Familien sich eine Wohnung teilten, um auch so gegen Angriffe anderer Frühmenschen und wilden Tieren gesichert zu sein, hielt bis heute an, wo es ganz selbstverständlich ist, bei seiner Familie zu wohnen und großgezogen zu werden. Dieses ist, so vermuten Forscher, eines der ersten Charakteristika der Menschheit, das sich überhaupt entwickelt hat - der Herden-Rudel-Trieb.
Im 21. Jahrhundert versteht man unter Wohnungen weniger Schutz als Schlafstätte. Zu diesem Zweck werden funktionale Plattenbauten überall dort errichtet, wo die Nachfrage es erlaubt. So schmucklos wie billig ist ihr Design und befriedigt jedoch trotzdem perfekt die neuen Anforderungen an ein Heim. Platz zum Schlafen und Essen, zum Wohlfühlen geht der moderne Mensch in den Park, Garten oder Wald. Dies hat etwas von „zurück zu den Wurzeln, als unsere Familien und Sippen noch alle über das Land zogen und sich überall zu Hause fühlten“.
