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Barrierefreies Webdesign

August 25th, 2009 · No Comments

Barrierefreies Webdesign ermöglicht es auch blinden oder sehbehinderten Menschen das Internet für sich zu nutzen. Im Juli 2002 hat das amerikanische W3C-Internetkonsortium die sogenannte BITV (Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung) veröffentlicht, die seit 01.01.2006 für öffentliche Einrichtungen sowie Behörden bindend ist. Somit wird gewährleistet, dass alle Internetauftritte der öffentlichen Hand für jedermann zugänglich und bedienbar sind.

Barrierefreies Webdesign muss mehrere Kriterien erfüllen, um als solches anerkannt zu werden.

Dazu gehört, dass Bilder, Videos und Sounds stets mit einem Alternativtext beschrieben werden, der via Screenreader wiedergegeben werden kann. Auf der Webseite verwendete Grafiken sollen deutlich erkennbar sein, der Kontrast zwischen Text und Hintergrund muss gute Lesbarkeit garantieren.

Bei der Programmierung eines barrierefreien Internetauftritts ist auf eine strenge semantische Gliederung zu achten: Inhalte werden im HTML-Quellcode (Hypertext Markup Language) zusammengetragen, während die Formatierung über CSS (Cascading Style Sheets) erfolgt.

Zum erstellen des HTML-Quellcodes dürfen möglichst keine Tabellen verwendet werden (wie es noch vor einiger Zeit Gang und Gäbe war), außer der Inhalt stellt tatsächlich eine Tabelle dar (z.B. Teilnehmerlisten oder Terminpläne).

Um Schriften für Sehbehinderte Menschen besser lesbar zu machen, müssen sie skalierbar sein. Deshalb sollten Schriftgrößen in der Schriftdefinition nicht in “px” oder “pt” sondern in “em” angegeben werden. So kann der Text je nach Belieben größer oder kleiner gescrollt werden.

Barrierefreies Webdesign steht auch für Übersichtlichkeit. Die Navigation muss sinnvoll strukturiert und nicht nur mit der Maus, sondern auch über die Tastatur steuerbar sein. Zu diesem Zweck wird jeder Schaltfläche ein sogenannter Tabindex zugeordnet - so kann jeder Button gezielt mit der Tabulator-Taste angewählt werden.

Ob ein Internetauftritt die Kriterien des barrierefreien Webdesigns erfüllt, kann jeder selbst leicht überprüfen: Deaktivieren Sie zunächst alle Grafiken und versuchen Sie die Steuerung ausschließlich über die Tastatur auszuführen. Wer möchte, kann sich die Testversion eines Screenreaders installieren und den Monitor ausschalten.

Sich auf diese Art im Internet zu bewegen ist zunächst ungewohnt, und erfordert etwas Übung - man lernt schnell die Vorzüge barrierefreien Webdesigns zu schätzen.